TOP Ö 9: Vielfalt der weiterführenden Schulen im Landkreis erhöhen: FOS/BOS im LK EBE;
Antrag der CSU-FDP-Kreistagsfraktion vom 09.05.2016

Beschluss: einstimmig angenommen

An der Beratung nehmen teil:

Hubert Schulze, Sachgebiet Z 1 – Zentrale Angelegenheiten des Kreises

Stefanie Geisler, Leiterin Abteilung S – Soziales, Bildung

Brigitte Keller, Leiterin Abteilung F – Finanzen, Wirtschaft, Büro Landrat

 

Der Landrat ruft den Tagesordnungspunkt auf und erteilt dem Antragssteller KR Tobias Scheller das Wort.

 

KR Tobias Scheller fasst den Antrag der CSU-FDP-Kreistagsfraktion zusammen.

 

Der Landrat berichtet, dass er den Gedanken einer FOS/BOS im Landkreis bereits im Frühjahr eingebracht hätte und zuvor die gemeinsame FOS/BOS in Erding besucht habe. Die Schule dort sei weit überbelegt und Erding plane derzeit nicht zu erweitern. Die Variante eines Teilstandortes sei laut Ministerium rechtlich nicht vorgesehen. Die Nr. 1 im Beschlussvorschlag entspräche dem Antrag der CSU-FDP-Kreistagsfraktion. Die angedachte Probeeinschreibung unter Nr. 2 werde auch vom Ministerium unterstützt.

 

Herr Schulze informiert anhand einer Präsentation (Anlage 2 zum Protokoll).

 

KRin Renate Will begrüßt das Angebot an weiterführenden Schulen zu erweitern. Bei den sozialen Berufen bestünde Mangel, so dass ein sozialer Zweig im Landkreis forciert werden sollte.

 

Herr Schulze äußert, dass der wirtschaftliche Zweig der derzeit beliebteste sei. Der technische werde vom Kultusministerium forciert. Die Zweige Gestaltung, Agrarwirtschaft, Umwelt, Gesundheit und internationale Wirtschaft seien selten bzw. gäbe es bisher noch nicht.

 

KRin Bianka Poschenrieder erinnert, dass die SPD-Kreistagsfraktion seit 2003 für eine eigene FOS/BOS kämpfe. Das Schulsystem sei so positiv durchlässig. Die SPD-Kreistagsfraktion begrüße die Umsetzung ausdrücklich. Die Probeeinschreibung sollte auf jeden Fall durchgeführt werden.

 

KR Philipp Goldner findet die Durchlässigkeit im Schulsystem ebenfalls sehr gut. Entscheidend sei allerdings, ob die Schüler aus dem südlichen Landkreis tatsächlich nach Poing oder Markt Schwaben fahren und die Schülerzahlen dann reichen werden. Er weist daraufhin, dass der Wortlaut im Beschlussvorschlag unter Nr. 1 „ggf. auch als Teilschulstandort“ überholt sei.

 

Herr Schulze schlägt vor, über alle möglichen Zweige zu beschließen.

 

Der Beschlussvorschlag wird entsprechend geändert.

 

KR Franz Greithanner gibt zu bedenken, sich die finanziellen Ausmaße bewusst zu machen. Ein neues Schulgebäude koste schnell 20 Mio €. Dazu komme womöglich eine Berufsschule aber auch weitere Schulgebäudeerweiterungen stünden an.

 

Der Landrat dazu, dass daher auch unter TOP 12 eine Arbeitsgruppe „Masterplan Schulen“ angedacht sei, um sich mit all den vielen Projekten auseinanderzusetzen. KR Franz Greithanner bittet, die Perspektivplanung für Schulen zu forcieren.

 

KR Dr. Wilfried Seidelmann teilt mit, dass die Freien Wähler für eine eigene FOS/BOS seien. Dabei sollten aber auch die vielen unbegleiteten minderjährigen Ausländer berücksichtigt werden, die eifrig in Bildung und Berufe einsteigen würden wollen.

 

Auf die Frage von KR Rolf Jorga antwortet der Landrat, dass eine mediale Begleitung der Probeeinschreibung möglich sei und bedacht werden sollte.

 

KR Tobias Scheller gibt auch zu bedenken, dass der Landkreis keinen Einfluss auf Schulen in anderen Landkreisen habe. Mit einer eigenen FOS/BOS könne der Landkreis mitwirken und auch die Zweige anbieten, die im Landkreis benötigt werden.

 

KRin Bianka Poschenrieder bittet, bei der Probeeinschreibung auch auf die entsprechenden Buslinien hinzuweisen.

 

Zur Anmerkung von KR Franz Greithanner, dass die Probeeinschreibung auch mögliche Gäste aus den anderen Landkreisen einschließen sollte, teilt Frau Geisler mit, dass die Abfrage „potenzieller Einzugsbereich“ durch das Ministerium erfolge. Vor allem bei „exotischen“ Zweigen sei dies der Fall.

 

Der Landrat lässt über den geänderten Beschlussvorschlag abstimmen.


Der SFB-Ausschuss fasst folgenden Beschluss:

 

1.   Die Verwaltung wird beauftragt, die bereits vorhandenen bzw. noch zu schaffenden Voraussetzungen zu prüfen, um einen Standort für eine FOS/BOS im Landkreis Ebersberg zu realisieren und das Ergebnis dem Kreistag und den zuständigen Ausschüssen zur weiteren Beratung vorzustellen.

 

2.   Die Verwaltung wird außerdem beauftragt, eine Probeeinschreibung für eine FOS/BOS mit Standort in Markt Schwaben / Poing beim Bayerischen Kultusministerium zu beantragen. Dabei ist auch das Interesse an den verschiedenen Fachzweigen abzufragen.