TOP Ö 10: Erfahrungsbericht eines unbegleiteten minderjährigen Asylbewerbers mit der Jugendhilfe

An der Beratung nehmen teil:

Carolin Kausche, Mitarbeiterin Abteilung 6; Jugend, Familie und Demografie

 

Javad Bakhshi, Auszubildender und unbegleiteter minderjähriger Asylbewerber

Frau Kausche stellt dem Gremium Herrn Javad Bakhshi, einen mittlerweile 19 Jahre alten unbegleiteten minderjährigen Asylbewerber und Herrn Martin Freundl, Bäckermeister aus Ebersberg vor. Frau Kausche erklärt, dass Herr Bakhshi für diesen Vortrag ausgewählt wurde, da er bereits länger in Deutschland lebe und bereits gut Deutsch spreche.

Herr Bakhshi berichtet von seiner Familie, dem Tod des Vaters, seiner Flucht ohne Papiere; der Zeit, in der er der Willkür der Polizei ausgeliefert war, keine Schule besuchen durfte, „schwarz“ arbeitete -unter den dortigen schwierigen Arbeitsverhältnissen (im Keller, ohne Licht)- und wie er mit 17 Jahren nach Deutschland kam. Das war im Sommer 2015.

Er ging zuerst in Schloss Zinneberg in die Schule, um Deutsch zu lernen. Seit September 2016 befindet er sich in der Ausbildung zum Bäcker bei der Firma Freundl. Die Ausbildung gefällt ihm sehr gut und die Leute seien nett. In der Berufsschule hat er gewisse Schwierigkeiten, da er nicht alles verstehe und nicht so schnell schreiben könne.

Er hoffe, dass er die Ausbildung schaffe und dauerhaft in Deutschland bleiben dürfe. Mit seiner Arbeit als Bäcker möchte er seiner Familie helfen und später auch eine eigene Familie haben. Die Jugendhilfe sei für ihn eine große Hilfe.

Herr Freundl erklärt, dass die Anerkennung wichtig sei und eine Notwendigkeit bestehe, Arbeit zu geben. Dies diene auch der Integration. Das Handwerk brauche Mitarbeiter. Javad sei willig und fähig. Das Bäckerhandwerk habe Probleme Nachwuchs zu finden. Im Berufsbildungswerk St. Zeno werden vergleichbare Maßnahmen angeboten mit Herrn Erwath als Ansprechpartner.

Herr Freundl wünsche Javad einen erfolgreichen Abschluss seiner Ausbildung und das Gremium bedanke sich für die Ausführungen mit einem Applaus.

Der Landrat bedankt sich bei Frau Kausche, Herrn Bakhshi und Herrn Freundl, sowie der Bundesagentur für Arbeit, vertreten durch Frau Birgit Aigner für die Unterstützung des Projekts. Das Konzept der assistierten Ausbildung finanziere zum Teil auch der Landkreis mit, welches Herr Salberg und Herr Robida aufgebaut haben, so der Landrat und schließt den Tagesordnungspunkt.