TOP Ö 3: Schulentwicklung; Masterplan Schulen

Vorberatung        

 

An der Beratung nahmen teil: Hubert Schulze, SG 11

 

Landrat Niedergesäß führte in den Sachverhalt ein. In den letzten Jahren habe man sich im Landkreis mit den verschiedensten Maßnahmen zum Thema Schulneubau und Schulertüchtigung beschäftigt (Gymnasium Poing, FOS/BOS, Berufsschulzentrum, Maßnahmen an bestehenden Schulen). Deshalb wurde eine interfraktionelle Arbeitsgruppe gegründet, die gemeinsam mit Vertretern der Verwaltung einen 10-Jahresplan erarbeiten sollte.

 

Die Arbeitsgruppe habe sich in den vergangenen Monaten insgesamt elf mal getroffen; die Arbeiten seien zunächst abgeschlossen.

 

Die Rückmeldung aus den Fraktionen war durchweg positiv; die Teilnehmer haben auf Augenhöhe und sehr konstruktiv zusammengearbeitet. Der Landrat bedankte sich bei den Mitgliedern der Arbeitsgruppe und insbesondere bei den Mitarbeitern des Landratsamtes.

 

Herr Schulze erläuterte anschließend sehr ausführlich in einer Präsentation die einzelnen Beratungsergebnisse. Untersucht wurden u.a.:

-      der Bedarf an Klassenräumen,

-      der Bedarf an Sporthalleneinheiten,

-      die Entwicklung der Schülerzahlen auf Basis der vorliegenden Gutachten.

Herauszuheben sei  unter anderem, dass im Ergebnis der Bau eines fünften Gymnasiums in Poing als notwendig erachtet werde. Die Vertreter der AG sind sich darin einig, auch die beiden SFZ ausbauen und stärken zu wollen.

 

Kreisrätin Doris Rauscher machte darauf aufmerksam, dass die Zahl der Kinder mit besonderem Förderungsbedarf zunehmend steige, auch schon in der Altersgruppe unter sechs Jahren. Sie bat die Verwaltung deshalb, einen Ausbau der Förderzentren nachhaltig anzustreben.

 

Der Landrat bestärkte noch einmal die Meinung der AG und sagte weitere Gespräche mit Vertretern der Regierung von Oberbayern und Vertretern der Schulen zu.

 

Die Gesamtinvestitionskosten werden für den Zeitraum 2017 – 2026 mit 157 Mio. € kalkuliert. Erste Machbarkeitsstudien werden kurzfristig in Auftrag gegeben werden. Bei den Kosten für die Ausbauten an den Gymnasien werde grundsätzlich  das „neue bayerische

G 9“geltend gemacht.

 

Der Landrat bedankte sich bei Herrn Schulze – stellvertretend für alle Mitarbeiter des LRA – für die sehr gute und professionelle Arbeit. Er machte deutlich, dass für alle Schulen einvernehmliche Lösungen gefunden werden. Alle Formulierungen im Beschlussentwurf wurden einvernehmlich erarbeitet, deshalb schlage er vor, über den Beschluss im Ganzen abzustimmen.

 

In der anschließenden Diskussion brachten alle Fraktionen ihren Dank an die Mitglieder der Arbeitsgruppe zum Ausdruck. Der Masterplan Schulen berücksichtige die Bedarfe an allen landkreiseigenen Schulen ebenso wie die Notwendigkeit des fünften Gymnasiums und der Berufsschule,  insbesondere mit Blick auf die Fachrichtung Kinderpflege und Erziehung.

 

Im Anschluss an die Abstimmung bat Kreisrat Greithanner darum, dass die „Raumplanung im Sparkassengebäude“ auf die Tagesordnung zur nächsten Sitzung des LSV genommen werde. Der Landrat teilte mit, dass diese bereits vorgesehen sei.

 

Ende der Sitzung des LSV-Ausschusses: 15:04 Uhr


Der  LSV-Ausschuss fasste folgenden Beschluss:

Dem Kreis- und Strategieausschuss wird folgender Beschluss vorgeschlagen:

Dem Kreistag wird folgender Beschluss vorgeschlagen:

 

1. Parameter für die Bedarfsermittlung:

 

1.1 Die der Bedarfsermittlung zugrunde gelegte Klassenstärke
      orientiert sich am aktuellen Landesdurchschnitt

1.2 Eine Überbelegung von 10 % wird im Bestand grundsätzlich toleriert.

1.3 Der Umgang mit den Flächen für moderne Unterrichtsgestaltung wird

individuell auf Antrag einer Schule geprüft.

1.4 Die Gymnasien des Landkreises sollen im Hinblick auf das neue Bayerische

Gymnasium unter Berücksichtigung des Konnexitätsprinzips auf G 9

ausgebaut werden.

 

2. Gymnasium Grafing

 

2.1. Am Gymnasium soll im Zusammenhang mit der Generalsanierung des Altbaus
      die kleine Aula realisiert werden (bereits beschlossen).

2.2 Die Errichtung einer weiteren Halleneinheit soll mittelfristig erfolgen
      (steht bereits auf der Warteliste).

 

3. Humboldt-Gymnasium Vaterstetten

 

3.1 Mit Beschluss des Kreistages vom 24.07.2017 wird das Gymnasium Vaterstetten

      auf 1.500 Schüler ausgebaut (bereits beschlossen).

3.2 Auf die Warteliste soll die mittelfristige Errichtung einer weiteren Halleneinheit

      gesetzt werden.

 

4. Dr.-Wintrich-Realschule Ebersberg


4.1 Der Bauteil Verwaltung soll 2019 teilerneuert werden.

4.2 Die Maßnahme soll 2018 von der Warteliste genommen werden.

 

5. Berufsschulzentrum Ebersberg – München Land

 

5.1 Der Landkreis Ebersberg errichtet eine Berufsschule,
      eine Berufsfachschule und eine Fachakademie.

5.2 Die Maßnahme wird auf die Warteliste gesetzt.

5.3 Voraussetzung für die Errichtung ist, dass die Gemeinde Zorneding
      oder eine andere Gemeinde ein geeignetes Grundstück zur Verfügung stellt.

5.4 Die Verwaltung wird beauftragt, mit dem Landkreis München
      über eine Vorauszahlung künftiger Gastschulbeiträge zu verhandeln.

 

6. Gymnasium Poing

 

6.1 Der Landkreis errichtet ein fünftes Gymnasium

6.2 Das Gymnasium soll in Poing zunächst für 1.000 Schüler errichtet werden.

6.3 Voraussetzung ist, dass die Gemeinde Poing ein geeignetes Grundstück
      zur Verfügung stellt.

6.4 Die Maßnahme wird auf die Warteliste gesetzt.

6.5 Der Kreistag stellt einen Antrag auf schulaufsichtliche Genehmigung
      eines Gymnasiums in Poing

 

7. Gymnasium Kirchseeon

 

7.1 Das Gymnasium wird auf 1.200 Schüler (G 9) erweitert,
      die Verwaltungsräume werden dem gestiegenen Bedarf angepasst.

7.2 Die Maßnahme wird auf die Warteliste gesetzt.

 

8. Johann-Comenius-Schule SFZ Grafing

 

8.1 Am SFZ Grafing soll eine Stütz- und Förderklasse angesiedelt werden.

8.2 Die Erweiterung der Schule soll weiter geprüft und die Zuschussfähigkeit
      mit der Regierung von Oberbayern geklärt werden.

8.3 Die Maßnahme wird auf die Warteliste gesetzt.

8.4 Im Falle einer Erweiterung wird die Variante 1 (Aufstockung SVE – Schulvorberei

      tende Einrichtung) bevorzugt.

 

9. Seerosenschule SFZ Poing

 

9.1 Die Erweiterung des SFZ Poing soll weiter geprüft und die Zuschussfähigkeit
      mit der Regierung von Oberbayern geklärt werden.

9.2 Die Maßnahme wird auf die Warteliste gesetzt.

9.3 Im Falle einer Erweiterung wird die Variante 1 (Aufstockung Südflügel) bevorzugt.

 

10. Realschule Vaterstetten

 

10.1 Der Zweckverband Staatliche Realschule Vaterstetten soll aufgelöst werden,
        sobald die geplante Realschule Haar in Betrieb geht.

10.2 Die Verwaltung wird beauftragt, die Trennungskosten
        mit allen beteiligten Partnern zu verhandeln.

10.3 Die Maßnahme wird auf die Warteliste gesetzt.

 

11. Franz-Marc-Gymnasium Markt Schwaben

 

11.1 Am Gymnasium wird der Bauteil D mittelfristig generalsaniert.

11.2 Die Maßnahme wird auf die Warteliste gesetzt.

11.3 Die weitere Halleneinheit wird von der Warteliste gestrichen,
        da sie nicht mehr bedarfsnotwendig ist.

 

12. Beruflichen Oberschule im Landkreisnorden


12.1 Eine weitere Probeeinschreibung für eine FOS / BOS soll nicht vor dem
        Jahr 2019 erfolgen.

12.2 Die Zweckvereinbarung über die FOS/BOS Erding mit dem Landkreis Erding
        soll neu verhandelt werden mit dem Ziel, die Einflussnahme des Landkreises
        Ebersberg zu stärken.

 

13. An der Dominik-Brunner-Realschule Poing besteht derzeit und absehbar
      kein größerer Handlungsbedarf.

 

14. An der Lena-Christ-Realschule Markt Schwaben besteht derzeit und absehbar
      kein größerer Handlungsbedarf

 

15. Die organisatorische Infrastruktur muss den geplanten Maßnahmen
      angepasst werden.

 

16. Die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen orientiert sich an den

      beiliegenden Tabellen, die Bestandteil des Beschlusses sind (Anlagen 1 „Zu-

      sammenfassende Darstellung“ und 2 „10-Jahresdarstellung“).