TOP Ö 4: Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung im Landkreis Ebersberg (SAPV) - Tätigkeitsbericht

Vorberatung        

Kreis- und Strategieausschuss am 16.7.2012, TOP 16 N

Kreis- und Strategieausschuss am 03.12.2012, TOP 10 Ö

SFB-Ausschuss am 18.03.2015, TOP 4 Ö

Kreis- und Strategieausschuss am 12.07.2017, TOP 3 Ö

An der Beratung nahmen teil:

Brigitte Keller, Abteilungsleitung 1, Zentrales und Bildung

 

Katja Goudinoudis, Leitung des Zentrums SAPV Oberhaching

Frau Keller teilt dem Gremium mit, dass, entgegen der Information in der versandten Sitzungsvorlage, die Defizitförderung für das Jahr 2018 gesichert sei. Die Vereinbarung, die zum 01.11.2013 in Kraft trat, gelte insgesamt fünf Jahre und ende damit zum 31.10.2018. Das bedeute, bei einem eventuellen Defizit der SAPV (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung) werde der Landkreis 10/12 von maximal 65.000 € übernehmen.

Ein Gesprächstermin, wie es mit der SAPV im Landkreis Ebersberg weitergehe, sei bereits vereinbart.

Frau Goudinoudis erläutert den Tätigkeitsbericht anhand einer Präsentation (Anlage 2 zum Protokoll).

Die SAPV betreute letztes Jahr 136 Patienten (10% aller sterbenden Menschen im Landkreis).

Die Zuweisung in Prozent durch Hausärzte und Angehörige vermische sich, da Angehörige oft aufgrund des Hinweises des Hausarztes auf sie zukämen.

Ein großes Problem für die SAPV war der Rückgang der Verweildauer von 17 auf 12 Tage, u.a. auch durch immer mehr qualifizierte Hausärzte.

Die Verkürzung der Verweildauer um 5 Tage habe für die SAPV zu dramatischen Einbußen (ca. 50.000 €) geführt.

Die SAPV betreue nicht alle Palliativpatienten bis zum Tod, einige können, nachdem sie gut eingestellt seien, auch in die allgemeine Versorgung (Hausarzt/Altenheim) entlassen werden.

Aufgrund der neuverhandelten Tagessätze ab 01.12.2017 arbeite die SAPV derzeit kostendeckend. Dieses Jahr werde die SAPV keinen Zuschuss vom Landkreis Ebersberg beantragen.

Auf die Nachfrage von KR Dr. Seidelmann erklärt Frau Goudinoudis, die Verweildauer sei die Betreuungsdauer; die Zeit, die die SAPV den Patienten aktiv zu Hause begleite.

KRin Dr. Renate Glaser sehe hier durchaus ein stimmiges Konzept, wenn sich durch die Qualifizierung der Hausärzte die Verweildauer verringere. Allerdings stelle sich ihr die Frage, wie das Dilemma der Finanzierung gelöst werden könne.

Frau Goudinoudis erklärt, die allgemeine Versorgung müsse gestärkt werden, z.B. durch Qualifizierung der Mitarbeiter in Altenheimen, um gemeinsam nicht nur Tumor- sondern auch multimorbide Patienten zu behandeln. Zwischen den Landkreisen München und Ebersberg bestehe eine hohe Kooperationsbereitschaft. Das Konzept (auch der finanzielle Teil) müsse weiter abgestimmt und noch feinjustiert werden.

KR Dr. Wilfried Seidelmann regt eine bessere Koordination zwischen SAPV und den überweisenden Hausärzten an. Dies, so Frau Goudinoudis scheitere oftmals im Vorzimmer der Hausarztpraxen, was sicher keine böse Absicht sei. Der SAPV sei eine gute Kommunikation mit den Hausärzten wichtig.

Das Gremium und der Landrat bedanken sich bei Frau Goudinoudis und ihrem Team für deren gute und wichtige Arbeit, ergänzend zur Kreisklinik.


Der SFB-Ausschuss nimmt den Tätigkeitsbericht zur SAPV zur Kenntnis.