TOP Ö 2: Bürgerinnen und Bürger fragen

Christopher Furlong, Anwohner der Staatsstraße 2351, erklärt, dass er mit seiner Familie seit über 10 Jahre direkt an dieser Straße lebe. Seitdem die Straßenoberfläche erneuert wurde, habe sich die Situation schlagartig verändert. Die Straße habe sich zur Rennstrecke für Motorräder entwickelt, die dort zum Teil mit 120 km/h fahren würden. Die Zahl der Motorräder habe sich seitdem verzehnfacht. Es würden große Motorradclubs hier entlangfahren. Die jüngeren Motoradfahrer fahren mit Helmkameras und würden Vollgas geben, sobald sie per Woki Toki freie Fahrt gemeldet bekommen. Seiner Ansicht nach, sei die Strecke zu einem rechtsfreien Raum geworden. Es habe eine Ortsbesichtigung stattgefunden, bei dem das Landratsamt, das Straßenbauamt Rosenheim, die Polizeiinspektion sowie die Gemeinde teilnahmen. Er habe danach aber die Auskunft erhalten, dass es eine Staatsstraße sei und hier nicht viel gemacht werden könne. Er habe sich mehrfach beim Polizeipräsidium gemeldet und darum gebeten, dass eine Geschwindigkeitskontrolle durchgeführt werden solle, um das einzudämmen. Darauf habe er schriftlich mitgeteilt bekommen, dass es sich nicht lohne. Er sei zuversichtlich, da mit dem heutigen Tagesordnungspunkt endlich Bewegung in die Sache komme. Er stelle folgende Fragen: Warum will der Landkreis ein Biotop mit sehr viel mehr Geld umbauen, wenn mit weniger finanziellen Mitteln der Verkehr und der Lärm auf der jetzigen ST 2351 durch eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h reduziert werden könnte? Wieso ist der Bahndamm überhaupt eine Variante?

Der Landrat erklärt, dass sich die Antwort erst durch die spätere Diskussion zu diesem Punkt erschließen werde. Er könne jetzt nur sagen, dass er von falschen Grundlagen bezüglich der Nutzung des Bahndammes ausgehe, da es nie geplant gewesen sei, den Bahndamm für viel Geld auszubauen. Denn das sei naturschutzrechtlich auch gar nicht möglich. Es sei mit der unteren Naturschutzbehörde (uNB) abgestimmt, den Bahndamm in Teilbereichen an den Oberflächen sanft zu glätten und dass ein feineres Material aufgebracht werde. Ansonsten würde der bestehende Bahndamm genutzt werden. Es sei weder an eine Verbreiterung noch an einen teuren Umbau gedacht worden. Somit wäre es eine Umnutzung mit minimalen Mitteln, worüber bereits in den Gremien viel diskutiert wurde. In Deutschland existieren verschiedene Straßenklassen und je nach Straßenkategorie gelten bestimmte Standards und Normen. So diene eine Staatsstraße dem überörtlichen Verkehr und hier habe man Restriktionen. Er selbst sei der Meinung, dass die Staatsstraße mit maximal 60 km/h befahren werden dürfe, denn die Straße dürfe nicht in der Form, wie von Herrn Furlong geschildert, missbraucht werden. Die Verwaltung solle sich hier nochmals mit den Behörden austauschen, denn es müsse eine Geschwindigkeitskontrolle stattfinden.